> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 22. August 2002
 

"Nicht optimal gelaufen"

Stadt reagiert in Sachen Kindergärten

Meßkirch - Die drei städtischen Kindergärten Meßkirchs stehen unter keiner gemeinsamen Leitung mehr. Dies bestätigte die Stadtverwaltung gestern auf Anfrage. Vor allem im Schlosskindergarten waren Eltern unzufrieden mit der bisherigen Leitung.

"Wir besitzen keine Gesamtleitung für unsere Kindergärten mehr", erklärte gestern Hauptamtsleiter Wolfgang Erb auf Anfrage dieser Zeitung. Die gemeinsame Leitung der drei kommunalen Kindergärten habe sich "organisatorisch nicht bewährt".

Konflikte gab es vor allem im Schlosskindergarten. Wie Eltern sagten, wurden dort mehrere Kinder aus Unzufriedenheit mit den pädagogischen Konzepten abgemeldet. Hauptamtsleiter Erb bestätigte, dass fünf Kinder aus der Betreuungseinrichtung genommen wurden. Sogar zwei Erzieherinnen haben gekündigt, weil sie mit den Vorgaben für ihre Arbeit unzufrieden zufrieden waren. Erb wollte dies aber so nicht bestätigen. Es seien keine Gründe für die Kündigung genannt worden, sagte er.

Nach arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen mit zwei Erzieherinnen hatte die Stadtverwaltung 1999 eine gesamte Leitung für alle Kindergärten installiert. Mit der Aufgabe wurde die bisherige Rengetsweiler Kindergartenleiterin Dorit Gekle betraut. Die ambitionierte und fachlich kompetente Erzieherin rief mit ihren Ideen allerdings nicht überall ein positives Echo hervor.

Ärger gab es im Schlosskindergarten um die geplante Abschaffung der festen Gruppen. Weil im Schloss viele kleinere, ausländische oder auch behinderte Kinder betreut werden, sind hier feste Bezugspersonen 

nach Meinung der Eltern besonders wichtig. Auch mit dem Projekt "Spielzeugfreier Kindergarten", mit dem ab Mai für drei Monate alles Spielzeug verschwinden sollte, wurde im Schloss anders als im Kunterbunt mehrheitlich abgelehnt. 

Die beiden Elternbeiratsvorsitzenden Roland Filohn (Schloss) und Ingrid Fecht (Kunterbunt) bemängelten übereinstimmend die Informationspolitik der Kindergartenleitung. Filohn "Die Eltern wurden vor vollendete, Tatsachen gestellt." Fecht: "Der Informationsfluss war nicht so, wie er hätte sein sollen."

Hauptamtsleiter betonte gestern allerdings, dass die Gesamtkindergartenleitung nicht wegen irgendwelcher Elternbeschwerden aufgelöst worden sei. Vielmehr hätten "organisatorisch bedingte Defizite" diesen Schritt notwendig gemacht.

Die grundsätzliche Entscheidung aber, die drei städtischen Kindergärten künftig nicht mehr unter eine gemeinsame Leitung zu stellen, sei Sache des Gemeinderats. Das Gremium werde sich in einer zukünftigen Sitzung mit der Leitungsstruktur der Kindergärten befassen, so Erb.

Die drei Meßkircher Kindergärten werden nun wieder separat geleitet. Dorit Gekle wird wie vorher künftig wieder allein für den Kindergarten Rengetsweiler zuständig sein. Die Angelegenheiten des viergruppigen Meßkircher Kindergartens Kunterbunt obliegen der Erzieherin Sabine Fritz. Sie ist auch kommissarisch mit der Leitung des zweigruppigen Schlosskindergartens betraut. Weil beide Gruppenleiterinnen dort neu seien, so erklärte Erb, sei es nicht möglich gewesen, eine von ihnen mit der Leitung der gesamten Betreuungseinrichtung zu betrauen.


 
 

Markus Vonberg, Südkurier Meßkirch, 22.08.2002