> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 10. Juli 2002
 

In den Klamotten haftete noch Brandgeruch

Hauptübung der Abteilung Rengetsweiler - Jordanbach-Hydranten für Wasserversorgung unbedingt nötig

Rengetsweiler (bph) Am Freitagabend fand in Rengetsweiler die Haupt- und Schlussprobe der dortigen Feuerwehrabteilung statt. Mit dabei war die DRK-Bereitschaft aus Walbertsweiler.

Noch haftete den Verantwortlichen und Kameraden aus Meßkirch der Odem des Rußes und und der Brandgeruch in den orange-leuchtfarbenen Feuerwehrklamotten. Keine halbe Woche war verflossen, als die Floriansjünger aus der Zimmernstadt beim Bosporus-Brand zum Einsatz ausrücken mussten. Deswegen seien solche Übungen auch ungeheuer wichtig, betonte der Meßkircher Kommandant der Gesamtwehr, Hans Gitschier in seiner Manöverkritik.

Als Übungsobjekt stellte die Firma Alber ihre Hallen zur Verfügung. Theo Hänßler als Abteilungskommandant aus Rengetsweiler hatte sich zwei Fahrzeuge aus dem Meßkircher Fuhrpark der Feuerwehr ausgeliehen. "Mit unserem Anhänger und der Tragkraftspritze TS 8/8 können wir nicht viel ausrichten!", meinte der Wehrmann. Die Drehleiter und ein Löschfahrzeug LF 16 standen deswegen bei der Alarmauslösung bereit.

"Jugendliche haben gezündelt und deswegen ist im Wohngebäude der Metall verarbeitenden Firma ein Feuer ausgebrochen!" So stand es in der Übungsanleitung. Und diese Jugendlichen waren bei ihren verbotenen Taten auch verletzt worden, blutend und mit ellenlangen Glasscherben in den Beinen warteten Sascha, Sebastian und Philipp auf ihre Bergung und Abtransport.

Da dies sich in dem verrauchten Holzgebäude nicht einfach gestaltete, setzte die Einsatzleitung zwei Männer mit schweren Atemschutzgeräten zur Rettung der Schwerverletzten ein. Mit zwei B-Rohren - Peter Gress sprühte aus 30 Metern Höhe Wasser auf die angenommene Brandstelle und verhinderte das Ausbreiten des Feuers - und mit vier C-Rohren bekämpften die restlichen Retter die lodernden Flammen.

30 Meter über Rengetsweiler schwebt Peter Gress in seiner luftigen Gondel

BPH/BILD:
B. HERMANN

Das Wasser wurde aus zwei verschiedenen Hydranten entnommen und - wie auch in der Besprechung zu hören war - wäre mit zunehmendem Verbrauch knapp geworden. Durch die zwei Löschwasserbrunnen am Jordanbach sei die Versorgung mit dem rettenden Nass aber gesichert und die Rengetsweiler Bürger könnten weiterhin ruhig schlafen, versicherte jedoch Hänßler in seiner Abschlussrede.

Aufmerksam verfolgten Ortsvorsteher Anton Liehner und Ehrenmitglied Hubert Kille die weiteren Rettungsversuche, die gemeinsam mit dem DRK-Team aus Walbertsweiler eingeleitet wurden. Diese Verbindung lobte denn auch Hans Gitschier in seiner Manöverkritik und sah in der Zusammenarbeit eine "Eingemeindung" von Walbertsweiler. Das Übersehen einer Trafostation im Hof des Brandobjektes beim Löschen stellte er als Mangel dar, denn sie dürfe im Ernstfall nicht mit Wasser in Berührung kommen.

Gitschier bedankte sich bei dem anwesenden Herbert Alber für die zur Verfügungstellung des Übungsobjektes und beim Ortsvorsteher für das vor kurzem stattgefundene Zeltlager der Jugendfeuerwehr. Dieser betonte, wie wichtig die Arbeit der Freiwilligen sei, dies habe sich in letzter Zeit leider verstärkt gezeigt.


 
 

B. Hermann, Südkurier Meßkirch, 10.07.2002

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