> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 16. November 2002
 

"Meßkirch neu positionieren"

Feierliche Amtseinsetzung von Arne Zwick im Schlosssaal



Nach seiner Verpflichtung nahm Meßkirchs neuer Bürgermeister Arne Zwick (mit Amtskette) in der ersten Reihe des Schlosssaales Platz. Neben ihm (von links): Ehefrau Nina Zwick, Landtagsabgeordneter Ernst Behringer, Landrat Dirk Gaerte und der katholische Dekan Hermann Otteny.   VON/BILD: BRENDER

Meßkirch - Der Meßkircher Bürgermeister Arne Zwick wurde am Donnerstag feierlich in sein Amt eingeführt. Der festliche Akt in dem übervollen Schlosssaal dokumentierte, dass in der Meßkircher Kommunalpolitik nun ein neuer Abschnitt begonnen hat.

Nicht oft wird eine Sitzung des Meßkircher Gemeinderats musikalisch eröffnet. Noch nie tagte das Gremium im Schlosssaal und schon gar nicht war dort bisher ein Bürgermeister vereidigt worden. So war die Amtseinführung von Arne Zwick am Donnerstag Abend nicht nur für den 31-jährigen Bürgermeister eine Premiere, sondern auch für die vielen hundert geladenen Gäste und interessierten Bürger, die dem von einem Bläserquartett der Stadtkapelle feierlich umrahmten Akt beiwohnten.

"Es freut mich sehr, dass unser einziger Tagesordnungspunkt so viele Gäste ins Schloss geführt hat", begann Bürgermeisterstellvertreterin, Reinhild Kullen die Sitzung. Sie machte es kurz und übergab an ihren Stadtratskollegen Hermann Fecht, dem es als Ältestem des Gremiums oblag, dem Bürgermeister die Eidesformel abzunehmen.

Es sei ein "wichtiger, sehr wichtiger" Tag für die Stadt, erklärte Fecht. Er begann seine charmevolle, vollkommen frei und in Dialekt gehaltene Rede mit einem Dank an den ehemaligen Bürgermeister Robert Rauser - der im Gegensatz zu Zwicks unterlegenen Mitbewerber um das Amt, Ingo Pezina, aber nicht zur Amtseinsetzung seines Nachfolgers erschienen war. Bevor er Zwick - wie seine Nachredner auch - noch einmal offiziell zum Wahlerfolg gratulierte, dankte Fecht auch dessen drei erfolglosen Mitbewerbern, "dass sie uns die Chance gegeben haben auswählen zu können".

"Wir starten mit Hoffnungen, wir starten mit Erwartungen", drückte Fecht die Meßkircher Stimmungslage aus. Schultes zu sein, das sei nicht nur ein großartiges Amt, sondern für den Inhaber manchmal auch eine Bürde. Sollte sich Zwick aber als ein "Bürgermeister zum Anfassen" erweisen, "dann ist vieles schon wunderbar gelaufen für uns".

Nachdem Zwick die Eidesformel gesprochen hatte und der Applaus im Saal verklungen war, wurde es noch einmal knifflig für den Ringgenbacher Ortsvorsteher: "Es ist keine leichte Prozedur, einem so hoch gewachsenem Menschen die Amtskette umzuhängen!"

Dies war das Stichwort für die Ansprache des Landrats: "Diese Stadt hat schon immer große Männer gehabt!" Es müsse tatsächlich was Besonderes an Meßkirch sein, wenn sich "eine ganze Ladung junger kompetenter Männer findet, die hier Bürgermeister werden wollen", erinnerte er an den Wahlkampf. Und wenn sich einer in diesem Feld im ersten Wahlgang durchsetze, dann müsse auch der ein ganz Besonderer sein. Gaerte rief Zwick auf, als Bürgermeister Bürgernähe zu praktizieren. "Den Luxus des Gegeneinander können wir uns hier nicht leisten. Wir müssen die Kräfte bündeln!" 

Landtagsabgeordneter Behringer überbrachte auch die Grüße, der verhinderten Bundestagsabgeordneten Tanja Gönner. Die Führung einer Gemeinde sei eine "große Aufgabe, die nie zu Ende komme", sagte Behringer. Der überragende Wahlerfolg Zwicks aber zeige, "da kommt einer ins Rathaus, der seine Sache zu vertreten weiß".

Als Sprecher des Personalrats begrüßte Martin Stehmer Zwick als "neuen Bürger, neuen Schultes, neuen Chef". Dessen Angebot zu partnerschaftlicher Zusammenarbeit und konstruktivem Dialog wollten die Mitarbeiter gerne annehmen. Gemeinsam hätte so die erste "knifflige Altlast" bereits gelöst werden können. Er wünschte Zwick, dass dieser seinen Schritt, in Meßkirch Bürgermeister zu werden, nie bereue.

Für die Vereine sprach Ralf Keller als Vorsitzender des Sportstättenförderkreises. Er erinnerte daran, dass die Vereine ganz maßgeblich die Lebensqualität einer Stadt aufrecht erhielten. Doch dafür gebe es "wenig Zuschüsse und gesellschaftliche Anerkennung". "Es wäre gut, wenn Sie ein- oder zweimal im Jahr mit den Vereinsvorsitzenden zusammensitzen würden", forderte er den neuen Bürgermeister auf. Keller regte auch eine jährliche Ehrung der besten Sportler der Stadt an.

Der katholische Dekan Hermann Otteny trat auch im Namen der evangelischen Kirchengemeinde ans Rednerpult. Der Stadt wie der Kirche gehe es um die Menschen in Meßkirch. Durch den Erhalt der geistlichen Kulturgüter, durch ihren sozialen Einsatz und durch die Pflege des Miteinanders leisteten die Kirchen einen wichtigen Beitrag zum öffentlichen Leben. Hier erwarte sie die Unterstützung der Stadt. Zwick habe durch seinen Antrittsbesuch im Jugendzentrum Klösterle, aber schon an seinem dritten Arbeitstag gezeigt, dass er bereit sei, "mit uns zusammen die Dinge auf den Weg zu bringen".

"Ich möchte versuchen, die positive Stimmung und die vielen Ideen aus dem Wahlkampf zu nutzen", sagte Zwick als letzter Redner. Er bot allen einen "offenen und ehrlichen Dialog" an. Ziel müsse es sein, Meßkirch zukunftssicher zu machen  und neu in der Region zu positionieren. Rückschläge wie die Schließung des Vermessungsamtes müssten weggesteckt werden. "Der Optimismus darf nicht verloren gehen - sonst haben wir schon verloren!"


 
 

Markus Vonberg, Südkurier Meßkirch, 16.11.2002

nach oben