> Pressespiegel > Bericht: Schwäbische Zeitung, 21. Dezember 2001
 

Ein Leben mit dem Gesang: Johann Böhler wird 80

Heute feiert Johann Böhler aus Rengetsweiler seinen 80. Geburtstag. Mit ihm freut sich die ganze Einwohnerschaft und gratuliert

Messkirch-Rengetsweiler - Heute vor 80 Jahren hat Johann Böhler in Rengetsweiler das Licht der Welt erblickt, zu Hause, wie es zu jener Zeit allgemein üblich war.

Zusammen mit fünf Geschwistern ist Böhler aufgewachsen und hat schon früh in der elterlichen Landwirtschaft mitgeholfen. "Zwei Wintersemester konnte ich in die Landwirtschaftsschule in Sigmaringen gehen", erinnert sich der 80-Jährige, "im Sommer habe ich dann wieder meinen Eltern helfen müssen."

Die Schule konnte Böhler nicht weiter besuchen - der Krieg kam dazwischen. 1940 kam der Einberufungsbefehl für Johann Böhler; er wurde als Bodenpersonal der Luftwaffe zugeteilt und hat fast jeden Kriegsschauplatz im Zweiten Weltkrieg kennen gelernt. Zum Jahresende 1945 kam Böhler aus der Gefangenschaft wieder nach Rengetsweiler zurück. "Auch in der Landwirtschaft war das fast wie ein Neuanfang", so Böhler, der sich sogleich wieder im elterlichen Betrieb nützlich machte.

Im Sommer 1948 ehelichte Johann Böhler eine Tochter aus der Nachbarschaft, Maria Schmid. "Wir kannten uns schon von Kindesbeinen an, gingen zusammen in die Schule und", fügt Böhler mit einem verschmitzen Lachen hinzu, "sie war eines der hübschesten Mädchen im Ort." Ehefrau Maria quittiert diese Bemerkung mit einem innigen Blick aus blitzblanken Augen.

Nach wie vor unentbehrlich

Das Ehepaar hat drei Kinder und zwei Enkelkinder. Mit der Heirat übernahm Böhler die Landwirtschaft seiner Schwiegermutter, die bereits verwitwet war. "Mein älterer Bruder hatte zunächst die Landwirtschaft meiner Eltern übernommen", erklärt Böhler, 

Heute feiert Johann Böhler seinen 80. Geburtstag

SZ-Foto: Angemar

"später haben wir beide zusammen das alles bewirtschaftet." Seit 1986 hat der Sohn offiziell die Landwirtschaft übernommen, doch Johann Böhler ist nach wie vor eine wichtige Arbeitskraft auf dem Hof. Und wenn es auf dem Hof einmal nichts für ihn zu tun gibt, dann geht Böhler in den Stadtwald oder in die Fürstlich-Hohenzollerischen Waldungen zum Holzrücken.

Während seiner Freizeit geht Böhler seiner Leidenschaft, dem Singen nach. "Seit 50 Jahren bin ich im Gesangverein, bin das einzige noch aktive Gründungsmitglied", berichtet der rüstige 80-Jährige mit der Tenorstimme voller Stolz, "und im Kirchenchor bin ich auch schon seit 50 Jahren mit kurzen Unterbrechungen, dabei." Soviel Sangesfreude wurde dann auch mit der Goldenen Ehrennadel des badischen Sängerbundes ausgezeichnet.

Feiern nach der Probe

Am heutigen Freitag werden erster Linie Gratulanten aus Rengetsweiler erwartet. "Wir werden sehen, wer kommt", so Böhler, "nach unserer nächsten Chorprobe werden wir schließend noch gemütlich beisammensitzen." Und die Familie? "Ja, Kinder kommen an Weihnachten", klärt der Jubilar, "da feiern wir dann alles zusammen - Geburtstag und Weihnachten. Das bietet sich einfach an, weil das ja nicht so weit auseinanderliegt."


 
 

rer, Schwäbische Zeitung Meßkirch, 21.12.2001

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