> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 17. Dezember 2001
 

Nach zehn Jahren hat Rengetsweiler Halle einen Namen

Zum runden Geburtstag wurde das Gebäude in "Randenhalle" benannt - Festakt zur Taufe - Jahreskonzert nur schwach besucht

Rengetsweiler - Die Mehrzweckhalle von Rengetsweiler, seit ihrer Eröffnung im Juni 1991 kultureller Mittelpunkt des Orts, hat jetzt auch einen Namen: "Randenhalle".

 Am Samstag wurde die Taufe im Beisein von Bürgermeister Robert Rauser, Ortsvorsteher Anton Liehner und Architekt Michael Muffler feierlich vollzogen. In seinem Festvortrag beleuchtete Dr. Armin Heim noch einmal ausführlich die geschichtlichen Zusammenhänge dieser Namensgebung. Würdiger Rahmen für die Taufe war das Jahreskonzert, welches aber leider nur sehr spärlich besucht war und seiner Bedeutung entsprechend sicher mehr Interesse verdient gehabt hätte.

Den Auftakt gab das Akkordeonorchester unter der Leitung von Angelika Droxner mit "Dona nobis pace - Herr, gib uns Frieden" und einer Sammlung bekannter Melodien für musikalische Feierstunden. Nach der Begrüßung der Gäste durch den Ortsvorsteher intonierte das Orchester noch das Lied von Werner Sonnenschein "Bald ist nun Weihnachtszeit" und machte dann die Bühne frei für den Historiker Dr. Armin Heim.

Dieser versuchte zunächst den Namen "Randen" zu deuten, musste aber eingestehen, dass dessen sprachwissenschaftliche Erklärung äußerst schwer falle. Er könnte etwas mit der Grenze eines Gebietes oder Waldes zu tun haben, aber dies sei nur Spekulation, betonte er. Tatsächlich sei die Ortsgeschichte von Rengetsweiler aber entscheidend mitgeprägt worden von der Lage des Dorfes inmitten eines damals recht weitläufigen und dichten Waldgebietes. Der Ortsname selbst dürfte jedoch auf den Gründer zurückgehen, der vermutlich Reginger hieß.

Die einsame Gegend in einer Senke hinter dem "Randen" wurde dann im Jahr 1214 vom Zisterzienserorden zur Gründung des Klosters Wald auserkoren. Der Randen war damals die äußerste Grenze der vom Ablachtal ausgehenden hochmittelalterlichen Siedlungstätigkeit.

Den Festvortrag hielt Dr. Armin Heim aus Meßkirch

Link zum vollständigen Festvortrag

Heim ging auch näher auf die früheren Herrschafts- und Besitzverhältnisse in dieser Gegend ein, so auch auf die erstmals 1256 erfolgte urkundliche Erwähnung von Rengetsweiler, als der Landadelige Rudolf von Reischach dem Kloster Wald hier einen Hof schenkte. Nach weiteren Streifzügen durch die Vergangenheit dieser Region stellte Heim abschließend fest, dass bei der 1975 vollzogenen Eingemeindung von Rengetsweiler nach Meßkirch endlich wieder zusammenkam, was 800 Jahre zuvor zur Zeit der Grafen von Rohrdorf schon einmal zusammengehört hatte.

Die Rengetsweiler Musikanten unter der Leitung von Joachim Kille unterhielten die Gäste am Samstagabend bei der Taufe der Halle.
Bild: Kleinert

Nach Grußworten von Architekt Michael Muffler und Rektor Bernd Lernhardt stimmte die Festversammlung gemeinsam das Hohenzollemlied an und bekundete mit dem Refrain: "Du heil'ges Land, wie ist mein Herz an dich gebannt" ihre Heimatverbundenheit. Anschließend trat der Gesangverein "Liederkranz" unter der Leitung von Emma Gass, auf dem Klavier begleitet von Angelika Arzt, mit Weihnachtsliedern eine musikalische Reise durch England, Italien, Polen, Spanien und Venezuela an und machte zum Schluss die Bühne frei für die Rengetsweiler Musikanten mit Joachim Kille am Dirigentenpult.

Der Gesangverein "Liederkranz" mit seiner Dirigentin Emma Gass brachte beim Rengetsweiler Jahreskonzert weihnachtliche Weisen aus Europa und Südamerika zu Gehör.
Bild: Kleinert

Sie setzten mit der Ouvertüre "Kings Tower einer Romanze von Franz Kavada, dem "Bye bye Spiritual" von Luighi di Ghisallo und der Komposition "Dschinghis Khan in Concert" von Ralph Siegel einen furiosen Schlusspunkt unter ein Jahreskonzert, das von den Besuchern mit viel Beifall bedacht wurde.

 

 


 
 

Joachim Kleinert, Südkurier Meßkirch, 17.12.2001

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