> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 10. Dezember 2001
 

Die Lesermeinung zum geplanten Imkereizentrum

Um die Sache, nicht um Personen

Seit langem herrscht Streit darüber ob im Dietershofer Gewann Brunnadern ein Imkereizentrum erbaut werden dürfe. Nun beschäftigte diese Sache sogar den Petitionsausschuss des Landtages. Einer der beiden Petenten, meldet sich nun zu unserem Bericht "Wie viel ist eine schriftliche Zusage wert? vom 3. Dezember zu Wort:

"Broda gegen Bienefeld". Genau diese, so gern zitierte Gegerschaft gibt es nicht! Dies habe ich in der Anhörung vor dem Petitionsausschuss am 30. November im Meßkircher Rathaus versucht, deutlich zu machen. Mir geht es einzig und allein um die Sache, das heißt, das schützenswerte Brunnaderntal vor der drohenden Bebauung zu bewahren. Personen, Herr Bienefeld möge es mir verzeihen, sind hierbei austauschbar.

Deswegen stört es mich auch sehr, dass einige Wirrköpfe glauben, mit mittelalterlicher Symbolik (Galgen, schwarze Fahne) auf sich aufmerksam machen zu müssen. Ich finde diese Vorgehensweise menschenverachtend und zutiefst verabscheuungswürdig. Dem Brunnaderntal wird dadurch am allerwenigsten geholfen.

Ganz unerwartete Hilfe kam jedoch während der Anhörung vom Vertreter der obersten Naturschutzbehörde des Landes, Dr. Kratsch vom Ministerium für Ernährung und 

 ländlichen Raum. Gemeinsam mit seinem Kollegen Wälder vom Regierungspräsidium Tübingen machte er deutlich, dass das Brunnaderntal naturschutzwürdig , die Bauzusage am dortigen Standort ein Missgriff und jeder andere Bauplatz besser geeignet sei, als der ausgewählte. Damit ist von allerhöchster Stelle, die Entscheidung des Dietershofer Ortschaftsrates, das Baugesuch für ein Imkerzentrum aus ökologischen Gründen abzulehnen, bestätigt worden. Unabhängig vom Ausgang des Petitionsausschussverfahrens muss sich die Meßkircher Stadtverwaltung nun fragen lassen, ob es richtig war, das Votum der Dietershofer Ortschaftsräte zu ignorieren und gegen den erklärten Willen der einheimischen Bevölkerung die Bebauung der Brunnadern durchsetzen zu wollen. Sollte man nicht vielmehr froh darüber sein, ein derartiges ökologisches Kleinod im Stadtgebiet aufweisen zu können und es nun endlich in Ruhe lassen.


 
 

Karl-Heinz Broda, 10.12.2001