> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 14. Februar 2001
 

Beide Bachufer in öffentlicher Hand?

Ausschuss berät Bebauungsplan "Am Jordanbach"

Rengetsweiler  (von) Der Bebauungsplan "Am Jordanbach" wurde vom Technischen Ausschuss einstimmig als Empfehlung für den Gemeinderat beschlossen. Es wurde vor allem darüber diskutiert, ob an beiden Ufern des Bachs ein fünf Meter breiter Streifen in den Besitz der Gemeinde genommen werden soll. Am Jordanbach sollen etwa 15 Bauplätze entstehen.

Die renaturierten Bachufer dienen als ökologische Ausgleichsfläche, am Bach selbst sollen die Verdohlungen, und Sohlschalen zurückgebaut werden. Unumstritten ist auch, dass ein fünf Meter breiter Streifen entlang beider Bachufer nicht bebaut werden darf. Ganz wie auch das Sigmaringer Umweltschutzamt vorschlage, seien hier auch Zäune oder Gartenbeete tabu, erklärte Stadtbaumeister Peter Rainer.

Unterschiedlicher Ansicht war der Ausschuss aber darüber, ob die Stadt beide Uferrandstreifen erwerben solle, so wie dies das Umweltschutzamt in seiner Stellungnahme fordert. Vor allem Hans-Ulrich Andres (SPD/DAL) machte sich dafür stark: "Ein Uferrandstreifen in privater Hand bedeutet nur Ärger." Denn wenn der Bach sich erst wieder wie gewünscht schlängele und bei Hochwasser das ein oder andere Uferstück verändere, dann werde unwillkürlich der Ruf an die Stadt nach Wiederherstellung des alten Zustands erfolgen.

CDU-Stadtrat Hubert Hopp erklärte, dass ihm nur ein öffentlicher Randstreifen lieber wäre. Auch Reinhild Kullen (FWV), die die Sitzung als Stellvertreterin des verhinderten Bürgermeisters leitete, erinnerte daran, dass in der bisherigen Diskussion immer nur von einem Randstreifen die Rede gewesen sei. Stadtbaumeister Rainer verwies darauf, dass die Grundstücksgrenzen erst im Zuge der Umlegung festgesetzt würden.

Dem Ausschuss lagen noch zahlreiche weitere Stellungnahmen von Fachbehörden und Bürgern vor. Die meisten vorgeschlagenen Maßnahmen waren ohnehin in der Planung vorgesehen. Zurückgewiesen wurden vom Stadtbaumeister allerdings die grundsätzlichen Bedenken des Umweltschutzamtes, dass die Kläranlage Rengetsweiler schon ohne das neue Wohngebiet bereits überlastet sei und der Bach eine optisch schlechte Gewässergüte aufweise.

Überrascht zeigten sich Stadträte wie Verwaltung darüber, dass die Telekom nun rund 3 400 Mark für die unterirdische Verlegung von Kabeln in Rechnung stellt. Wenn die Stadt die Kosten nicht übernehme, sei nur eine oberirdische Verlegung möglich teilte das ehemalige Staatsunternehmen mit.


 
 

Markus Vonberg, Südkurier Meßkirch, 14.02.2001

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