> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 14. November 2001
 

Baugebiet muss reduziert werden

Landratsamt versagt Genehmigung 

Rengetsweiler - Statt 15 werden im Rengetsweiler Baugebiet Jordanbach vorerst nur acht Bauplätze entstehen. Wie Stadtbaumeister Udo Hollauer am Mittwoch im Technischen Ausschuss mitteilte, genehmigt das Landratsamt nicht das komplette Vorhaben. Bei einer Bebauung des kompletten Gebiets wäre die Rengetsweiler Kläranlage überlastet, habe die Begründung in Sigmaringen hierfür gelautet. Hollauer hält dies "für vollkommen unlogisch".

Im März war der Bebauungsplan Jordanbach vom Gemeinderat beschlossen und ausgelegt worden. Nach der Anhörung der Träger öffentlicher Belange seien Bedenken wegen der Abwasserbeseitigung offen geblieben, erklärte Hollauer nun. Das Landratsamt habe erklärt, dass bei einer vollständigen Bebauung des 15 Bauplätze umfassenden Gebiets die Rengetsweiler Kläranlage überlastet sei.

"Die sagen, solange wir keine Regenwasserbehandlungsanlage haben, genehmigen sie das nicht", ergänzte Bürgermeister Robert Rauser. Das Äußerste was in den Verhandlungen mit dem Landratsamt habe herausgeholt werden können, sei eine Bebauung in zwei Phasen.

Der Bebauungsplan sei in zwei Abschnitte aufgeteilt worden, die separat genehmigt würden, so Hollauer. Der erste Abschnitt umfasse acht Plätze. Der zweite dürfe erst erschlossen und bebaut werden, wenn in dem ersten alle Areale bebaut seien, sagte der Bürgermeister.

Hollauer nannte die Einwände der übergeordneten Behörde "völlig unlogisch". Im Bebauungsplan sei vorgesehen, dass das Regenwasser in den angrenzenden Jordanbach eingeleitet werde. Das auf den Straßen anfallende Schmutzwasser hätte deshalb allenfalls einen Sekundenliter erreicht.

Die Betriebsgenehmigung für die bereits 1958 erbaute, danach mehrfach modernisierte Rengetsweiler Kläranlage läuft 2012 aus. Dann soll der Stadtteil an die  Zentralkläranlage in Menningen angeschlossen sein. Bereits wegen des einst geplanten Baus einer Feriensiedlung hatte es Zwist zwischen der Stadtverwaltung und dem Landratsamt darüber gegeben ob die Rengetsweiler Kläranlage die zusätzlichen Kapazitäten verkraften würde. 1995 schließlich hatte das Landratsamt den - dann doch nicht realisierten - Bau der Ferienanlage genehmigt, ohne auf der Erweiterung der Kläranlage zu beharren.


 
 

Markus Vonberg, Südkurier Meßkirch, 14.11.2001

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