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Geschichte
der Schule
in Rengetsweiler
(Verfasst
anlässlich der 750-Jahr-Feier im Jahr 2006 von den Lehrern der
Nachbarschaftsgrundschule.
Ergänzt und überarbeitet im Herbst 2009 von Gerhard Löffler)
Ende des 19. Jahrhunderts besuchten etwa 120 Schulkinder den
Unterricht, der im Dietershofener Pfarrhaus stattfand. Davon waren
ca. 50 Kinder aus Rengetsweiler. Vor allem in den Wintermonaten
war der Fußweg für diese Kinder besonders beschwerlich, außerdem
platzte die Schule in
Dietershofen aus allen Nähten. So bat Rengetsweiler bei der Königlichen
Regierung in Sigmaringen, eine eigene Schule gründen zu dürfen.
Nach
eingehender Kostenprüfung, ob ein Umbau eines bestehenden Hauses
oder der Neubau einer Schule günstiger wäre, bekam Rengetsweiler
die Genehmigung für
einen Neubau. Die Kosten mit Ankauf des Grundstückes beliefen
sich damals auf 9600 Mark. Die Ortschaft Rengetsweiler war bereit,
für ihre Kinder einen entsprechenden Kredit aufzunehmen.
Auflagen
waren mit dem Bau des Schulhauses jedoch auch verbunden. So musste
in dem Gebäude neben dem Klassenzimmer auch eine Lehrerwohnung
vorhanden sein. Außerdem musste aus Gründen des Brandschutzes
ein Blitzableiter am Haus angebracht werden.
Im
Jahr 1885 war es endlich so weit. Das neue Schulhaus konnte
feierlich eingeweiht werden. Die Volksschule Rengetsweiler war
gegründet.
Damals
bestand bereits Schulpflicht. Dies wurde in ländlichen Gegenden
allerdings nicht durchweg positiv aufgenommen, fehlten doch in
vielen Bauernhöfen die Kinder als vorgesehene Helfer. Diesen Bedürfnissen
wurde dadurch Rechnung getragen, dass das Schuljahr mit seinen
Ferienabschnitten dem bäuerlichen Arbeitsrhythmus angepasst war.
Als
Lehrer wurde Herr Hotz eingestellt. Zu seinem Jahresgehalt von
514,29 Mark kamen die Bereitstellung der Dienstwohnung und 7
Raummeter Buchenholz zum Beheizen derselben hinzu. 42 Jahre lang
wirkte Herr Hotz in Rengetsweiler. Für seine Verdienste erhielt
er zum Abschied im Jahre 1927 ein Gemälde, das den Ort zeigt.
Nach seinem Ableben kam es durch seine Angehörigen wieder nach
Rengetsweiler zurück, so dass es heute noch im Ratszimmer zu
sehen ist.
Zur
Zeit des 3. Reiches wurde neben dem bestehenden Schulhaus ein
weiteres Gebäude erstellt. 64 Schüler besuchten in dieser Zeit
die Rengetsweiler Schule. Es war, wie damals üblich, als
Kombination von Ratsgebäude und Schulhaus vorgesehen. So waren
neben den Klassenräumen auch das Ratszimmer untergebracht, im
oberen Stockwerk weitere Räume für die Hitlerjugend, die NSDAP
und die Arbeitsfront.
Gefeiert
wurde die Einweihung 1939. Das
alte Schulgebäude wurde weiterhin als Wohnhaus, zunächst für
die Lehrer, später auch für Privatpersonen genutzt.
Durch
den Neubau besaß Rengetsweiler nun zwei Klassenzimmer, so konnten
erstmalig die Klassen 1 bis 3 und 4 bis 8 getrennt unterrichtet
werden.
Doch
während der Kriegsjahre herrschte Lehrermangel. Deshalb wurden
die Kinder wieder einklassig unterrichtet und Herr Henle, ein
bereits im Ruhestand befindlicher Lehrer, wieder eingesetzt. Auch
das Unterrichten war nicht einfach.
So gingen im Winter 1944/45 die Kohlen aus und es gab kurzerhand
Kohleferien, da das Schulhaus nicht mehr beheizt werden konnte.
Von
den 57 Schülern kamen in den Nachkriegsjahren nur 8 in den Genuss
der Schulspeisung. Die anderen wurden als nicht bedürftig
eingestuft.
Auch
Licht ins Schulhaus zu bekommen war nicht einfach, immerhin
wurde der Schule in Rengetsweiler vom Bezirksschulamt
Sigmaringen 1948 eine Glühbirne zugeteilt.
Die
Schülerzahl war bis 1966 mit jährlich ca. 50 Kindern gleich
bleibend. In diesem Jahr wurde der Jahrgangsunterricht eingeführt.
In Rengetsweiler hatte die Grundschule weiterhin Bestand und die
Klassen 5 bis 8 gingen mit anderen gleichaltrigen Schülern aus
den umliegenden Orten in Wald zur Schule.
Um
die Klassen 1 bis 4 getrennt unterrichten zu können, benötigte
man aber vier Räume statt zwei. Neben den zwei Klassen in
Rengetsweiler bestand daher jeweils eine Klasse in Dietershofen
und in Walbertsweiler.
Ein
weiterer Einschnitt war die Gemeindereform 1971. Die kleinen
Grundschulen in der Gegend wurden geschlossen, alle
Kinder wurden der Grundschule Rengetsweiler zugeordnet. Es
folgte ein schrittweiser Übergang von der Grundschule zur
Nachbarschaftsgrundschule. Die Grundschüler der Meßkircher
Stadtteile Dietershofen,
Buffenhofen und Ringgenbach sowie der Nachbarorte Walbertsweiler,
Glashütte und Kappel, wie auch der Pfullendorfer Stadtteile
Otterswang, Weihwang und Litzelbach wurden der Rengetsweiler
Schule zugewiesen. Das Schulhaus in Dietershofen wurde als
Außenstelle weiterhin genutzt.
1991
wurde die Rengetsweiler Mehrzweckhalle
eingeweiht und der Schulsport, der seit den
Nachkriegsjahren im oberen Stockwerk des Schulgebäudes
stattgefunden hatte, konnte
in die Halle verlegt werden.
Endlich war der Unterricht in dem darunter liegenden
Klassenzimmer durch die zwangsläufige Geräuschentwicklung des
Sportunterrichtes nicht mehr gestört.
In
diesen Jahren wurden in den einzelnen Gemeinden Neubaugebiete
ausgewiesen und die Schülerzahl stieg enorm. Dadurch musste
1992/93 die Eingangsklasse erstmalig doppelt geführt werden. Die
4 Schulräume reichten somit nicht mehr aus. Eine Klasse wurde
notwendigerweise in
dem Nebenraum der Randenhalle untergebracht. Da die Schülerzahlen
weiter stiegen, wurde zur Behebung der Raumnot der Beschluss
gefasst, das alte Schulhaus von einem Wohn- wieder in ein
Schulhaus zurückzubauen. 1995 waren die Umbaumaßnahmen
abgeschlossen und das alte Schulhaus konnte nun mit zwei neuen
Klassenzimmern aufwarten.
Im
Schuljahr 2000/2001 konnten sogar sieben Klassen mit erneuter
Nutzung des Nebenraums in der Randenhalle untergebracht werden.
Nicht
nur die Gebäude erfuhren Veränderungen, auch der Pausenhof wurde
mehrfach umgestaltet. Zuletzt entstand ein Spielgelände, das
nicht nur in der Pause genutzt wird, sondern auf dem an
Nachmittagen und Wochenenden gern von den Rengetsweiler Kindern
gespielt wird.
2003 wurde Rektor Bernd Lernhart nach 25 jähriger Schulzugehörigkeit
in den Ruhestand versetzt. Die jährliche Baumpflanzaktion, die
von ihm ins Leben gerufen wurde, war ein
markanter Punkt im Ablauf eines jeden Schuljahres. Herr Lernhart
formulierte in seiner Eröffnungsrede folgenden Grundgedanken:
„Der Baum soll der ganz besondere Freund jeder Klasse sein. Er
soll die Schülerinnen und Schüler während ihrer Schulzeit
begleiten und sie noch nach vielen Jahren, wenn sie schon
Erwachsene sind, an ihre Schulzeit erinnern.“
Die geburtenschwachen Jahrgänge haben in den folgenden Jahren
dazu geführt, dass sich die Schülerzahl bei 90 Schülern
eingependelt hat. Somit waren die vier Klassenzimmer in den beiden
Schulhäusern in Rengetsweiler für den Unterricht ausreichend.
Der Schulstandort Dietershofen wurde daher 2005 aufgelöst.
Die Anzahl der Lehrkräfte stieg und sank mit der Schülerzahl.
2006 bestand die Schule aus 4 Jahrgangsklassen, die von 4
Klassenlehrern unterrichtet wurden. Zu den Lehrkräften Herrn
Blum, Frau Geiselmann, Frau Spieß und der Rektorin, Frau Marten
kommen noch die Religionslehrkräfte Frau Halmer und Herr Pfarrer
Maurer hinzu.
Von
den Schülern waren ca.2/3 Fahrschüler. Der Stundenplan wurde den
Fahrzeiten der Busunternehmen angepasst und war so flexibel
gestaltet, dass er den Inhalten des neuen Bildungsplanes voll
entsprach. Das Fach Bewegung, Sport und Spiel wurde durch den
Schwimmunterricht aller Klassen ergänzt. Möglich war dies
durch die Nutzung des Hallenbades in Meßkirch. Zusätzliche
Angebote kamen durch die Kooperation mit dem Sportverein und mit
dem Musikverein zustande.
Verursacht
durch sinkende Schüler- und Übergangszahlen wurde im Jahr 2009
die Schullandschaft "neu geordnet": Während früher
jeweils zirka ein Drittel der Schüler auf die Hauptschule,
Realschule und auf das Gymnasium wechselten, sanken die
Übergangszahlen zu den Hauptschulen drastisch auf ca. 20%.
Deshalb kämpften die Hauptschulen plötzlich ums Überleben. Die
politische Vorgabe des Kultusministeriums in Stuttgart war, die
Hauptschulen zweizügig einzurichten und den besseren Schülern in
der "Werkrealschule" den Mittleren Bildungsabschluss zu
ermöglichen.
Die
"Neuordnung" wurde 2008 in unserer Raumschaft vom
Meßkircher Bürgermeister Arne Zwick vorangetrieben, der in
Meßkirch eine zweizügige Hauptschule vorsah. Der Gemeinde Wald
wurde nahe gelegt, in den Räumen der Hauptschule eine Grundschule
einzurichten, da die Grundschüler aus den 10 Gemeinden entweder
nach Rengetsweiler oder nach Aach-Linz zur Schule gingen. Im
Tausch mit den Grundschülern aus dem Täle sollten die Walder
ihre Hauptschüler nach Meßkirch schicken.
Die
Gemeinde Wald kündigte die Verträge bezüglich der
Nachbarschaftsgrundschule in Rengetsweiler und die Schule hatte
somit keine Überlebenschance mehr.
Seit
Herbst 2009 fahren die Grundschüler aus dem Täle in die neue
Grundschule nach Wald; die Hauptschüler aus dem Täle und aus der
Gemeinde Wald nach Meßkirch in die Werkrealschule. Für
Schüler, die auf die Realschule oder auf das Gymnasium wechseln,
gibt es keine Zuordnung, so dass die Eltern und Schüler frei
wählen können. Viele Mädchen gehen bereits ab Klasse 4 auf die
Heimschule Kloster Wald. |