Geschichte der Schule in Rengetsweiler  

           
1885 Gründung als Volksschule mit Lehrerwohnung, im nebenstehenden Bild links. Ein Klassenzimmer unten, Lehrerwohung oben, voll unterkellert.
1939 Neubau des Schulhauses, im nebenstehenden Bild rechts. Zwei Klassenzimmer plus Rathaus. Aufteilung: Klasse 1 - 4 im linken und 5 - 8 im rechten Klassenzimmer.
Im Dachgeschoss Gruppenräume und Sportunterricht.
(Heute im Obergeschoss: Lagerraum für Narrenverein und Gruppenraum der Landjugend; im Erdgeschoss probt die Musikkaplle.) 
Das "alte Schulhaus" wird zum Lehrerwohnhaus.
1966 Neuordnung der Schullandschaft:
Gründung Nachbarschaftshauptschule in Wald und Einführung des neunten Schuljahres.
Die Schulhäuser in Dietershofen, Rengetsweiler und Walbertsweiler werden nur noch für Grundschulklassen benötigt. Alle 4 Klassen sind in allen Ortschaften jeweils in einem Raum.
1971 Die Grundschulkinder sind nun auch in eigenen Klassen zu unterrichten. Die Kinder aus dem Täle, Rengetsweiler, Walbertsweiler, Kappel, Glashütte und Otterswang werden schrittweise der Nachbarschaftsgrundschule in Rengetsweiler zugeordnet. Dietershofen wird Außenstelle, in der zwei Klassen untergebracht sind.
1991 Neubau Randenhalle. Sportunterricht nach modernen Erfordernissen.
1995 Geburtenstarke Jahrgänge (vor allem wegen des Baugebiets in Walbertsweiler) verlangen den Rückbau der Wohnungen im "alten Schulhaus" zu Klassenzimmern. Der Nebenraum der Randenhalle wir für zwei Jahre ebenfalls zum Klassenzimmer.
2005 Die Außenstelle Dietershofen wird geschlossen, da wegen sinkender Schülerzahlen keine Parallelklassen mehr zustande kommen.
2009 Neuordnung der Schullandschaft:
Schließung der Schule
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Geschichte der Schule in Rengetsweiler  

(Verfasst anlässlich der 750-Jahr-Feier im Jahr 2006 von den Lehrern der Nachbarschaftsgrundschule.
Ergänzt und überarbeitet im Herbst 2009 von Gerhard Löffler)

Ende des 19. Jahrhunderts besuchten etwa 120 Schulkinder den Unterricht, der im Dietershofener Pfarrhaus stattfand. Davon waren ca. 50 Kinder aus Rengetsweiler. Vor allem in den Wintermonaten war der Fußweg für diese Kinder besonders beschwerlich, außerdem platzte  die Schule in Dietershofen aus allen Nähten. So bat Rengetsweiler bei der Königlichen Regierung in Sigmaringen, eine eigene Schule gründen zu dürfen.

Nach eingehender Kostenprüfung, ob ein Umbau eines bestehenden Hauses oder der Neubau einer Schule günstiger wäre, bekam Rengetsweiler die Genehmigung  für einen Neubau. Die Kosten mit Ankauf des Grundstückes beliefen sich damals auf 9600 Mark. Die Ortschaft Rengetsweiler war bereit, für ihre Kinder einen entsprechenden Kredit aufzunehmen.

Auflagen waren mit dem Bau des Schulhauses jedoch auch verbunden. So musste in dem Gebäude neben dem Klassenzimmer auch eine Lehrerwohnung vorhanden sein. Außerdem musste aus Gründen des Brandschutzes ein Blitzableiter am Haus angebracht werden.

Im Jahr 1885 war es endlich so weit. Das neue Schulhaus konnte feierlich eingeweiht werden. Die Volksschule Rengetsweiler war gegründet.

Damals bestand bereits Schulpflicht. Dies wurde in ländlichen Gegenden allerdings nicht durchweg positiv aufgenommen, fehlten doch in vielen Bauernhöfen die Kinder als vorgesehene Helfer. Diesen Bedürfnissen wurde dadurch Rechnung getragen, dass das Schuljahr mit seinen Ferienabschnitten dem bäuerlichen Arbeitsrhythmus angepasst war.

Als Lehrer wurde Herr Hotz eingestellt. Zu seinem Jahresgehalt von 514,29 Mark kamen die Bereitstellung der Dienstwohnung und 7 Raummeter Buchenholz zum Beheizen derselben hinzu. 42 Jahre lang wirkte Herr Hotz in Rengetsweiler. Für seine Verdienste erhielt er zum Abschied im Jahre 1927 ein Gemälde, das den Ort zeigt. Nach seinem Ableben kam es durch seine Angehörigen wieder nach Rengetsweiler zurück, so dass es heute noch im Ratszimmer zu sehen ist.  

Zur Zeit des 3. Reiches wurde neben dem bestehenden Schulhaus ein weiteres Gebäude erstellt. 64 Schüler besuchten in dieser Zeit die Rengetsweiler Schule. Es war, wie damals üblich, als Kombination von Ratsgebäude und Schulhaus vorgesehen. So waren neben den Klassenräumen auch das Ratszimmer untergebracht, im oberen Stockwerk weitere Räume für die Hitlerjugend, die NSDAP und die Arbeitsfront.

Gefeiert wurde die Einweihung 1939.  Das alte Schulgebäude wurde weiterhin als Wohnhaus, zunächst für die Lehrer, später auch für Privatpersonen genutzt.

Durch den Neubau besaß Rengetsweiler nun zwei Klassenzimmer, so konnten erstmalig die Klassen 1 bis 3 und 4 bis 8 getrennt unterrichtet werden.

Doch während der Kriegsjahre herrschte Lehrermangel. Deshalb wurden die Kinder wieder einklassig unterrichtet und Herr Henle, ein bereits im Ruhestand befindlicher Lehrer, wieder eingesetzt. Auch das Unterrichten war nicht  einfach. So gingen im Winter 1944/45 die Kohlen aus und es gab kurzerhand Kohleferien, da das Schulhaus nicht mehr beheizt werden konnte. 

Von den 57 Schülern kamen in den Nachkriegsjahren nur 8 in den Genuss der Schulspeisung. Die anderen wurden als nicht bedürftig eingestuft.

Auch Licht ins Schulhaus zu bekommen war nicht einfach, immerhin  wurde der Schule in Rengetsweiler vom Bezirksschulamt Sigmaringen 1948 eine Glühbirne zugeteilt.

Die Schülerzahl war bis 1966 mit jährlich ca. 50 Kindern gleich bleibend. In diesem Jahr wurde der Jahrgangsunterricht eingeführt. In Rengetsweiler hatte die Grundschule weiterhin Bestand und die Klassen 5 bis 8 gingen mit anderen gleichaltrigen Schülern aus den umliegenden Orten in Wald zur Schule. 

Um die Klassen 1 bis 4 getrennt unterrichten zu können, benötigte man aber vier Räume statt zwei. Neben den zwei Klassen in Rengetsweiler bestand daher jeweils eine Klasse in Dietershofen und in Walbertsweiler.

Ein weiterer Einschnitt war die Gemeindereform 1971. Die kleinen Grundschulen in der Gegend wurden geschlossen, alle  Kinder wurden der Grundschule Rengetsweiler zugeordnet. Es folgte ein schrittweiser Übergang von der Grundschule zur Nachbarschaftsgrundschule. Die Grundschüler der Meßkircher Stadtteile  Dietershofen, Buffenhofen und Ringgenbach sowie der Nachbarorte Walbertsweiler, Glashütte und Kappel, wie auch der Pfullendorfer Stadtteile Otterswang, Weihwang und Litzelbach wurden der Rengetsweiler  Schule zugewiesen. Das Schulhaus in Dietershofen wurde als Außenstelle weiterhin genutzt.

1991 wurde die Rengetsweiler Mehrzweckhalle  eingeweiht und der Schulsport, der seit den Nachkriegsjahren im oberen Stockwerk des Schulgebäudes stattgefunden hatte,  konnte in die Halle verlegt werden.  Endlich war der Unterricht in dem darunter liegenden Klassenzimmer durch die zwangsläufige Geräuschentwicklung des Sportunterrichtes nicht mehr gestört.

In diesen Jahren wurden in den einzelnen Gemeinden Neubaugebiete ausgewiesen und die Schülerzahl stieg enorm. Dadurch musste 1992/93 die Eingangsklasse erstmalig doppelt geführt werden. Die 4 Schulräume reichten somit nicht mehr aus. Eine Klasse wurde notwendigerweise  in dem Nebenraum der Randenhalle untergebracht. Da die Schülerzahlen weiter stiegen, wurde zur Behebung der Raumnot der Beschluss gefasst, das alte Schulhaus von einem Wohn- wieder in ein Schulhaus zurückzubauen. 1995 waren die Umbaumaßnahmen abgeschlossen und das alte Schulhaus konnte nun mit zwei neuen Klassenzimmern aufwarten.

Im Schuljahr 2000/2001 konnten sogar sieben Klassen mit erneuter Nutzung des Nebenraums in der Randenhalle untergebracht werden.

Nicht nur die Gebäude erfuhren Veränderungen, auch der Pausenhof wurde mehrfach umgestaltet. Zuletzt entstand ein Spielgelände, das nicht nur in der Pause genutzt wird, sondern auf dem an Nachmittagen und Wochenenden gern von den Rengetsweiler Kindern gespielt wird. 

2003 wurde Rektor Bernd Lernhart nach 25 jähriger Schulzugehörigkeit in den Ruhestand versetzt. Die jährliche Baumpflanzaktion, die von ihm ins Leben gerufen wurde, war ein markanter Punkt im Ablauf eines jeden Schuljahres. Herr Lernhart formulierte in seiner Eröffnungsrede folgenden Grundgedanken: „Der Baum soll der ganz besondere Freund jeder Klasse sein. Er soll die Schülerinnen und Schüler während ihrer Schulzeit begleiten und sie noch nach vielen Jahren, wenn sie schon Erwachsene sind, an ihre Schulzeit erinnern.“

Die geburtenschwachen Jahrgänge haben in den folgenden Jahren dazu geführt, dass sich die Schülerzahl bei 90 Schülern eingependelt hat. Somit waren die vier Klassenzimmer in den beiden Schulhäusern in Rengetsweiler für den Unterricht ausreichend. Der Schulstandort Dietershofen wurde daher 2005 aufgelöst.

Die Anzahl der Lehrkräfte stieg und sank mit der Schülerzahl. 2006 bestand die Schule aus 4 Jahrgangsklassen, die von 4 Klassenlehrern unterrichtet wurden. Zu den Lehrkräften Herrn Blum, Frau Geiselmann, Frau Spieß und der Rektorin, Frau Marten kommen noch die Religionslehrkräfte Frau Halmer und Herr Pfarrer Maurer hinzu.

Von den Schülern waren ca.2/3 Fahrschüler. Der Stundenplan wurde den Fahrzeiten der Busunternehmen angepasst und war so flexibel gestaltet, dass er den Inhalten des neuen Bildungsplanes voll entsprach. Das Fach Bewegung, Sport und Spiel wurde durch den  Schwimmunterricht aller Klassen ergänzt. Möglich war dies durch die Nutzung des Hallenbades in Meßkirch. Zusätzliche Angebote kamen durch die Kooperation mit dem Sportverein und mit dem Musikverein zustande.  

Verursacht durch sinkende Schüler- und Übergangszahlen wurde im Jahr 2009 die Schullandschaft "neu geordnet": Während früher jeweils zirka  ein Drittel der Schüler auf die Hauptschule, Realschule und auf das Gymnasium wechselten, sanken die Übergangszahlen zu den Hauptschulen drastisch auf ca. 20%. Deshalb kämpften die Hauptschulen plötzlich ums Überleben. Die politische Vorgabe des Kultusministeriums in Stuttgart war, die Hauptschulen zweizügig einzurichten und den besseren Schülern in der "Werkrealschule" den Mittleren Bildungsabschluss zu ermöglichen.

Die "Neuordnung" wurde 2008 in unserer Raumschaft vom Meßkircher Bürgermeister Arne Zwick vorangetrieben, der in Meßkirch eine zweizügige Hauptschule vorsah. Der Gemeinde Wald wurde nahe gelegt, in den Räumen der Hauptschule eine Grundschule einzurichten, da die Grundschüler aus den 10 Gemeinden entweder nach Rengetsweiler oder nach Aach-Linz zur Schule gingen. Im Tausch mit den Grundschülern aus dem Täle sollten die Walder ihre Hauptschüler nach Meßkirch schicken.

Die Gemeinde Wald kündigte die Verträge bezüglich der Nachbarschaftsgrundschule in Rengetsweiler und die Schule hatte somit keine Überlebenschance mehr.

Seit Herbst 2009 fahren die Grundschüler aus dem Täle in die neue Grundschule nach Wald; die Hauptschüler aus dem Täle und aus der Gemeinde Wald nach Meßkirch in die Werkrealschule. Für Schüler, die auf die Realschule oder auf das Gymnasium wechseln, gibt es keine Zuordnung, so dass die Eltern und Schüler frei wählen können. Viele Mädchen gehen bereits ab Klasse 4 auf die Heimschule Kloster Wald.